Predigt zum 3. Sonntag der Osterzeit (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; Gedanken entnommen von P. Clemens Pilar auf YouTube Kommentar zum 3. Sonntag der Osterzeit 2019).

Im Evangelium haben wir zum dritten Mal einen Bericht von der Begegnung des auferstandenen Herrn Jesus Christus mit seinen Jünger gehört. In diesen drei Erscheinungen lässt sich ein Weg mit drei Schritten erkennen, den Jesus mit den Jüngern und mit jedem von uns gehen will.

Bei der ersten Erscheinung am Abend des Tages an dem der Herr auferstanden ist, macht er die Jünger zu Missionaren in dem er sie aussendet und ihnen den Heiligen Geist einhaucht mit dem Auftrag den Menschen die Sünden zu erlassen: „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten“. Die erste Missionstätigkeit der Apostel ist es, den Menschen die Sünden zu erlassen, sie frei zu setzen, wo sie gefangen sind, noch nicht frei sind für das Wirken Gottes. Der erste Schritt ist die Beauftragung den Dienst der Versöhnung zu tun, den Menschen die Versöhnung zuzuwenden, die uns der Herr durch seinen Tod am Kreuz erworben hat.

Bei der zweiten Erscheinung des Auferstandenen geht es um den Glauben. Es ist auch der Apostel Thomas dabei, der bei der ersten Begegnung des Auferstandenen mit den Jüngern gefehlt und ihnen nicht geglaubt hat. Jesus sagt zu ihm und zu uns allen: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“. Für einen Menschen, dem Gott die Sünden erlassen hat, den er mit sich versöhnt und wieder ganz als sein Kind angenommen hat, ist es ein zweiter Schritt aus dem Glauben zu leben. Das bedeutet ohne Gott zu sehen auf ihn zu hören und sich von ihm führen, sich von ihm nach vorne bewegen zu lassen. Im Evangelium sind es Petrus und seine Apostelgefährten, die uns dazu ein schönes Beispiel geben. Obwohl es gegen die Erfahrung als Fischer ist in der Früh etwas fangen zu wollen, folgen sie den Worten des auferstandenen Herrn, tun was er ihnen sagt und haben überreichen Erfolg.

Bei der dritten Erscheinung des Auferstandenen, die wir heute gehört haben, geht es um das Ziel, zu dem Jesus die Glaubenden hinführen will. Das Ziel ist das Mahl. Der Herr selber ist es, der das Mahl, Brot und Fisch, bereitet und der mit den Worten einlädt: „Kommt her und esst“! Darin wird sichtbar, dass Gott selber es ist, der Nahrung schenkt, die Kraft für das Leben gibt. Er macht sich in Jesus Christus selber zur Speise, die Leben gibt. Obwohl er selber die Speise ist und Nahrung gibt, will er, dass seine Jünger ihren Beitrag leisten. Er fordert sie mit den Worten auf: „Bringt von den Fischen, die ihr gefangen habt“! Im griechischen Originaltext steht hier für das Wort Fisch nicht das eigentliche Wort Ychtys, sondern Opsarion (oψαριoν), was wörtlich übersetzt Zukost, Zuspeise oder Beilage zum Brot bedeutet. Gott ist es, der Nahrung gibt, aber die Jünger sind es, die etwas beilegen, etwas beitragen, dass die Menschen von ihm genährt werden können. Indem sie die Botschaft von Gottes Barmherzigkeit verkünden, helfen sie den Menschen, sich von Gott nähren zu lassen. Indem sie die Eucharistie feiern und Sakramente spenden, sind sie Werkzeug für die Nahrung, die Gott schenkt.

Aber nicht nur die Apostel, wir alle haben den Auftrag und die Sendung mitzuwirken, dass Menschen zu Jesus finden und ihn als Nahrung für ihr Leben entdecken. Wir tun es, indem wir durch Wort und Beispiel Zeugnis für den Glauben geben. Gott ist die Liebe. Wenn im Umgang mit den Mitmenschen durch uns etwas von der Liebe Gottes sichtbar wird, helfen wir anderen zu entdecken, dass sie von Gott geliebt sind und können sich so für ihn öffnen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Evangelium des heutigen Tages ist ein Programm für unser ganzes christliches Leben: Stets bereit sein sich von Jesus die Vergebung der Sünden schenken zu lassen, auf ihn zu hören und nach seinem Wort zu handeln und treu der Einladung zu folgen sich von ihm nähren zu lassen. Unser letztes Ziel ist das himmlische Mahl an dem uns Gott teilnehmen lassen will. Er will auf ewig die Nahrung sein, nach der  sich unser Herz sehnt: nach Liebe, Freude und Friede, …. Amen.

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