Predigt zum 5. Fastensonntag Lj. A, 2020 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt, inhaltlich angeregt durch P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj A, S. 112-115)

Wir haben im Evangelium gehört, dass Lazarus aus Betànien, ein Mann, den Jesus liebt, krank geworden ist und dass sich Jesus zwei Tage Zeit gelassen hat, um ihn zu besuchen. Er lässt ihn zuerst sterben, um durch die Auferweckung des Lazarus seine Jünger und die Juden, die gekommen sind, um die beiden Schwestern des Lazarus zu trösten, zum Glauben an ihn zu führen. Die Krankheit des Lazarus dient dazu, dass Gott verherrlicht wird, dass der Sohn Gottes verherrlicht wird. Die Auferweckung des Lazarus bewirkt, dass Menschen zum Glauben an Jesus kommen, zum Glauben, dass der Vater ihn gesandt hat, dass er der Sohn Gottes ist, dass er Gott ist.

Bisher ist dieser Glaube noch nicht da gewesen. Das zeigt das heutige Evangelium: Sie glauben, dass Jesus Kranke heilen kann, mehr aber nicht. Von beiden Schwestern des Lazarus werden die Worte an Jesus gesprochen: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“. Und die anwesenden Juden sagen: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb“. Darin ist ausgesagt, dass sie glauben Jesus hätte dem Lazarus helfen können als er noch gelebt hat. Jetzt ist nichts mehr möglich. Es ist noch nicht der Glaube da, dass Jesus Gott ist und als Gott auch Herr über Leben und Tod ist. Es ist noch  nicht der Glaube da, dass der Vater durch Jesus Tote auferwecken kann und will.

Das ist es, was Jesus zutiefst in seinem Herzen erschüttert, dass dieser Glaube, dieses Vertrauen zu Gott, seinem Vater, noch nicht da ist. Er wirkt das Wunder, damit die Leute zum Glauben an ihn kommen. Viele sind zum Glauben an ihn gekommen, heißt es am Schluss des Evangeliums.

Mit der Auferweckung des Lazarus hilft Jesus seinen Jünger später glauben zu können, dass er selber auferstanden ist und lebt. Die Auferweckung des Lazarus festigt den Glauben seiner Jünger, sodass sie nicht mehr Angst haben müssen vor dem Weg des Leidens, den Jesus gehen muss und sie immer noch nicht wahrhaben wollen.

Mit der Auferweckung des Lazarus lässt er sie erkennen, dass er stärker ist als Leiden, Krankheit und Tod. Lazarus ist in sein irdisches Leben zurückkehrt und ist später doch wieder gestorben. Jesus ist zu einem neuen verklärten Leben auferstanden, das nicht mehr stirbt, das nicht mehr den Nöten des irdischen Lebens ausgesetzt ist. Zu diesem neuen unvergänglichen Leben möchte Gott auch uns durch den Glauben an Jesus führen, durch den Glauben an den, der gesagt hat: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben auch wenn er stirbt, …“. Marta ist von Jesus gefragt worden ob sie das glaubt und sie hat bekannt: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll“.

Liebe Brüder und Schwestern!

In der Osternachtfeier werden auch wir nach diesem Glauben an den Herrn Jesus Christus gefragt. Mögen uns noch die letzten zwei Wochen der Fastenzeit durch Gebet, Verzicht und gute Werke im Glauben an ihn stärken, sodass wir dann mit ganzem Herzen antworten können: Ich glaube. Möge uns dieser Glaube an den Sohn Gottes auch stärken in der gegenwärtigen Zeit der Not und Bedrängnis nicht aufzuhören ihn im Gebet um Befreiung und Hilfe zu bitten. Amen.  

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