Predigt zum 21. Sonntag i. Jkr. Lj A, 2020

(Pfr. Rupert Toferer, inhaltlich angeregt durch P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj A, S 319-322)

Im Evangelium haben wir gehört, dass der Apostel Petrus Jesus mit den Worten bekennt: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Nach diesem Bekenntnis, das ihm von Gott, dem Vater, eingegeben worden ist, preist ihn Jesus selig und verkündet ihm seine Berufung zum Petrusamt: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“.

Das Wort „Fels“ kommt im Alten Testament öfter vor und ist ein Wort, das auf Gott angewendet wird, wie zum Beispiel im Psalm 62: „Er allein ist mein Fels und meine Rettung, meine Burg, ich werde nicht wanken (7)“. Das Wort „Fels“ steht für Festigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit und Treue und somit nur für Gott. Von Jesus Christus heißt es im Epheserbrief: „Der Eckstein ist Christus Jesus selbst. In ihm wird der ganze Bau zusammengehalten … (2,20-21)“.

Im heutigen Evangelium wendet Jesus dieses Wort vom Felsen auf einen schwachen Menschen an, auf Petrus, der ihn später sogar verleugnen wird. Wie ist das möglich? Der heilige Papst Leo der Große hat das folgenderweise erklärt: Er sagt, Jesus ist der unzerstörbare Fels, der Schlussstein, das Fundament, außerdem kein anderes gelegt werden kann. Dennoch ist auch Petrus Fels, weil er durch die Kraft Christi gestärkt wird und mit ihm durch Teilnahme gemeinsam haben darf, was für Jesus eigene Vollmacht ist. Jesus lässt Petrus an seinem „Fels Sein“ teilnehmen. (Vgl. Lektionar zum Stundenbuch I 2 S. 216)

Warum aber ist es dem Herrn wichtig, dass es außer ihm noch einen Felsen gibt? Er ist der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist.

Dadurch ist Gott selber unter den Menschen sichtbar, hörbar, greifbar geworden. Viele Menschen haben in den Worten Jesu erkannt, dass es Worte sind, die Gott spricht und auf die absolut Verlass ist. „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute“, hat Jesus im Anschluss an die Bergpredigt gesagt (Mt 7,24). Jesus ist zum Vater heimgekehrt und er hat Petrus eingesetzt, damit die Wahrheit weiterhin sichtbar und hörbar unter den Seinen bleibt.

Petrus ist daher der sichtbare Garant, dass die Wahrheit unseres christlichen Glaubens erhalten bleibt, vor allem die Wahrheit, dass Jesus, der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes ist. Jesus, der erhöhte Herr, steht also in engster Verbindung mit seinem sichtbaren Stellvertreter auf Erden. Es ist daher auch verständlich, dass Jesus Petrus dreimal nach seiner Liebe zu ihm gefragt hat, worauf Petrus dreimal antwortete: „Ja Herr, du weißt, dass ich dich Liebe“ (Joh 21,15-17). Seine Schwachheit ist kein Hindernis für sein Amt, denn seine Liebe zu Jesus bewegt ihn zur Reue, die ihn immer wieder fähig macht für seine einzigartige Verbindung mit Christus.

Liebe Brüder und Schwestern!

Danken wir für das Geschenk des Petrusamtes, das im Papsttum fortbesteht. Hören und lesen wir eifrig was der Papst sagt. Es sind Worte und Schriften, durch die uns der Nachfolger Petri im Glauben an Christus stärkt. Über die Homepage des Vatikans können wir reichlich aus den Predigten und Schriften des Heiligen Vaters schöpfen.

Papst Franziskus bittet immer wieder um das Gebet für ihn. Er scheut es nicht auch über die Wirklichkeit des Teufels zu predigen und vertraut sich daher auch unserem Gebet an. Folgen wir seiner Bitte, damit ihn nichts von seiner Liebe zu Christus wegbringen kann und er für uns in einer schwierigen Zeit der Fels ist an dem wir uns orientieren und festhalten können. Amen.

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