Predigt zum Hochfest Christkönig Lj A 2020

(Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lesejahr A, S. 407-412)

Es ist unser Glaube, was wir im Evangelium gehört haben, dass unser Herr Jesus Christus am Ende der Zeit wiederkommen wird in seiner göttlichen Herrlichkeit, und dass er dann der König und Richter aller Menschen sein wird.

„Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, […], dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen“.

Es heißt im Evangelium, dass alle Völker vor ihm versammelt werden. Es heißt nicht alle Getauften, alle Christen, sondern alle Völker. Mit dem Wort „Völker“,  (ἔθνος) sind besonders jene Menschen gemeint, die noch nichts von Jesus gehört haben, die noch nicht zum Glauben an ihn gekommen sind, die noch Heiden sind. Gott will das Heil aller Menschen. Auch jene Menschen, die ohne eigene Schuld noch nicht an Jesus glauben, haben die Möglichkeit in das Reich Gottes zu gelangen, durch die Taten der Liebe.

Sie werden gerettet, wenn sie nach ihrem Gewissen handeln. Denn Gott hat jedem Menschen sein Gesetz in das Innerste seines Gewissens eingeschrieben. Das Gewissen ist das verborgene Heiligtum des Menschen, indem Gottes Stimme ihm zuruft das Gute zu lieben und zu tun und das Böse zu meiden. Das Gewissen sagt dem Menschen, dass die Liebe die Wahrheit für sein Leben ist: Mitleid zu haben mit den Menschen, die in Not sind, die Hunger haben, die Durst haben, die fremd und heimatlos sind, die nicht genug Kleidung haben, die obdachlos sind, die krank sind oder im Gefängnis vereinsamen.

Am Ende zählt für die Menschen aller Völker, ob sie der Stimme ihres Gewissens gefolgt sind und die Werke der Barmherzigkeit getan haben, besonders an den Brüdern und Schwestern Jesu:

„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,

das habt ihr mir getan“.

Seine Brüder sind jene, die an ihn glauben, auf ihn hören und danach leben (vgl. Mt 12,49-50). Gerade sie sind es, die wegen ihres gelebten christlichen Glaubens oft verfolgt und bedrängt und daher bedürftig sind.

Wer sich der inneren Stimme Gottes widersetzt und im Herzen hart bleibt und unbarmherzig und nur egoistisch und selbstsüchtig lebt, kann vor dem Richter nicht bestehen. Das Evangelium verkündet ganz klar, dass es eine ewige Verdammnis gibt: „Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, …“ Das ist eine ernste Botschaft, die uns allen zu Herzen gehen muss, aber uns dennoch nicht ein ganzes Leben lang mit Angst erfüllen soll.

Als Christen glauben wir, dass wir nicht durch unsere Leistung in den Himmel kommen müssen, sondern durch den Glauben an Jesus Christus. Das Gute, das wir tun, ist eine Frucht aus dem Glauben an ihn, aus unserer Verbindung mit ihm. Entscheidend ist, dass wir nicht aufhören, im Gebet, in der Heiligen Messe, im Sakrament der Vergebung, im Betrachten seines Wortes die Verbindung mit ihm zu leben. So bleibt die Beziehung mit ihm lebendig und er selber ist es, der uns in der konkreten Situation erkennen lässt was sein Wille ist. Und er selber ist es, der unser Herz verwandelt zu einem Herzen aus Fleisch, das fähig ist Mitleid zu haben mit der Not der Menschen, mit ihnen barmherzig zu sein und so dem Herrn selber zu dienen in unseren bedürftigen Brüdern und Schwestern. Amen.

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