Predigt zum Fest Taufe Jesu 2021 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Wir haben im Evangelium gehört, dass sich auch Jesus von Johannes taufen lässt, obwohl er die Taufe im Jordan nicht nötig gehabt hätte. Die Taufe des Johannes ist eine Taufe der Buße und der Umkehr gewesen. Jesus als der ganz Heilige hat keine Umkehr und Buße nötig gehabt.

Warum kommt er dann doch zur Taufe des Johannes? Jesus tut es, weil Gott es so will. Er hat immer nach dem Willen Gottes gehandelt. Gott hat die Taufe Jesu gewollt, weil er bei diesem Geschehen im Jordan mitteilt, wer Jesus ist und wozu er in die Welt gekommen ist.

Indem sich Jesus in die Reihe der Menschen stellt, die im Jordan ihre Sünden bekennen, wird deutlich wozu er gekommen ist. Er ist gekommen nicht für die Gerechten, sondern um die Sünder zu rufen, um sie rein zu waschen. Sein Hinabsteigen in den Jordan und Untertauchen ist ein Hinweis auf seine Erniedrigung am Kreuz, an dem er sein Leben hingibt, sein Blut vergießt und so die Reinigung unserer Seelen bewirkt.  „Durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden“, heißt es im Brief an die Epheser (1,7). Jesus ist gekommen um für die Menschen der Heiland und Erlöser zu sein, der die Seelen reinigt und sie mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Die Taufe Jesu im Jordan offenbart auch wer Jesus ist. Der Vater bestätigt mit seiner Stimme vom Himmel, dass Jesus sein geliebter Sohn ist, an dem er sein Wohlgefallen gefunden hat. Jesus ist der menschgewordene Sohn Gottes. Unser Christ Sein zeigt sich in der Antwort, die wir auf die Frage geben: Wer ist Jesus?

In der zweiten Lesung aus dem Johannesbrief hat es geheißen: „Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist“.

Wie zeigt sich unser Glaube an Jesus Christus? Einerseits darin, dass wir anerkennen, dass  Jesus der Sohn Gottes ist, und uns entscheiden auf ihn zu hören und ihn als den Herrn für unser Leben anzunehmen. Der Glaube an Jesus Christus zeigt sich auch darin, dass wir auf ihn vertrauen, dass er als der Sohn Gottes die Macht hat uns zu retten und zu beschützen: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde“ (Mt 28,18).

Die Wirkung des vertrauensvollen Gebetes zeigt sich im folgenden Beispiel: Von einem gläubigen Kommandanten der 91. US Infanterie Brigade im 1. Weltkrieg ist berichtet, dass er all seinen Soldaten eine kleine Karte mit dem Psalm 91 gegeben und ihnen aufgetragen hat ihn täglich mit dem Herzen zu beten. Die Brigade ist in drei der blutigsten Schlachten des Krieges geschickt worden, und es hat sich gezeigt, dass nicht einer von den Soldaten gefallen ist. (YouTube Vortrag am 19.06.2020 von Pfr. Richard Kocher: Erfahrungen mit PS 91 im Ersten und Zweiten Weltkrieg)

Der Psalm 91 eignet sich auch besonders in dieser Zeit der Pandemie. In den Versen 5 – 7 heißt es: „Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, nicht vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag. Fallen auch Tausend zu deiner Seite, dir zur Rechten zehnmal tausend, so wird es doch dich nicht treffen“.

Ich habe den Hinweis auf diesen Psalm von einer Frau bekommen, die als Lehrerin auch in dieser schwierigen Zeit der Pandemie im Dienst an den Schülern steht und täglich diesen Psalm betet. Jesus erweist sich für sie als der Sohn Gottes, der sie beschützt und der ihr alle Angst nimmt ihren Dienst mit Zuversicht auszuüben. Amen.

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