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Predigt zum 21. Sonntag im Jahreskreis, Lj B, 2021

(Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; inhaltlich angeregt durch Gedanken von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj. B S. 316-323)

Wir haben im Evangelium gehört, dass sich Menschen, die Jesus nachgefolgt sind, sich wieder von ihm abwenden. Sie haben sich schwer getan mit den Worten Jesu: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, für das Leben der Welt“. Der Grund, warum sie diese Worte nicht annehmen können, ist ihr Unglaube. Sie erkennen Jesus nur von seiner irdischen Herkunft als den Sohn Josefs. Für sie ist er nicht der Sohn Gottes. Jesus weist sie auf seine himmlische Herkunft hin mit den Worten: „Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn aufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Damit sagt Jesus, dass er, der in den Himmel aufsteigt, auch der ist, der vom Himmel herabgestiegen ist und gibt ihnen so einen deutlichen Hinweis auf seine himmlische Herkunft. Auf diese Worte hin entscheiden sich viele seiner Jünger nicht mehr mit ihm zu gehen.

Die Worte Jesu, dass er sich selber in Fleisch und Blut zur Speise und zum Trank gibt, sind nur im Glauben verständlich, dass er der Sohn Gottes ist, der in den Himmel aufgefahren ist und den Heiligen Geist gesandt hat. Jesus weist im Evangelium auf den Heiligen Geist hin: „Der Geist ist es, der lebendig macht. Das Fleisch nützt nichts“. Der Heilige Geist ist es, der Jesus auferweckt und lebendig gemacht hat. Der Heilige Geist ist es, der bei jeder heiligen Messe angerufen wird und bewirkt, dass die Gaben von Brot und Wein zum Leib und Blut Christi werden. „Meine Worte sind Geist und sind Leben“, sagt Jesus. Seine Worte sind vom Heiligen Geist erfüllt. In ihnen ist die Kraft lebendig zu machen. Die Worte Jesu, die der Priester bei der Wandlung spricht, bewirken, dass die Gaben nicht mehr Brot und Wein sind, sondern wirklich das Fleisch und das Blut Christi. Und zwar sind es nicht mehr das Fleisch und das Blut des irdischen Jesus, sondern das Fleisch und Blut des Menschensohnes,

„der vom Geist erfüllt eine neue Existenzweise besitzt“ (P. Buob S. 319). Das Brot ist also wirklich sein Fleisch, das er für uns hingegeben hat und uns zur Speise gibt. Wir empfangen es im Zustand des auferstandenen und verherrlichten Jesus. Der auferstandene und im Himmel verherrlichte Jesus ist es, der jedes Mal bei der heiligen Messe auf den Altar herabsteigt und wirklich gegenwärtig ist in den Gestalten von Brot und Wein.

Dazu braucht es den Glauben, der Verstand begreift es nicht. In diesem Glauben bin ich wieder aufs Neue gestärkt worden, durch die Pilgerreise nach Medjugorje, wo ich mit einer Pilgergruppe in der ersten Augustwoche dieses Jahres am internationalen Jugendfestival teilnehmen durfte. Wenn man erleben darf, dass tausende Menschen, junge und erwachsene in großer Andacht die heilige Messe mitfeiern, einer langen Predigt zuhören, oder in Stille vor der großen Monstranz verweilen, in der das Allerheiligste ausgesetzt ist, wenn 50 bis 60 junge Leute aus unterschiedlichen Nationen ihre musikalischen Fähigkeiten einbringen und, in einem Chor vereint, Gott von ganzem Herzen loben und preisen, wenn Schlangen von Menschen bei einem Priester ihrer Sprache zur Beichte anstehen, damit sie ein reines Herz haben, dann wird der Glaube gestärkt, dass der Herr Jesus wirklich lebendig gegenwärtig ist.

An diesem Gnadenort der Gottesmutter wird deutlich, dass Maria die Menschen zu Jesus führt und ihnen hilft an ihn zu glauben und sich für ihn zu öffnen. Die Treue zum Rosenkranzgebet, wie sie in Medjugorje schon seit 40 Jahren gelebt wird, bewirkt, dass die Menschen bei Jesus bleiben, dass der Glaube an ihn lebendig bleibt, wie ihn Petrus im heutigen Evangelium bekannt hat, nachdem Jesus auch die Jünger gefragt hat, ob auch sie weggehen wollen: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben bekannt: Du bist der Heilige Gottes“. Amen.

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