Allgemein,  Zum Nachdenken

Keine Zeit

Hab‘ keine Zeit

Das schlimmste Übel weit und breit das ist das Wort: Hab‘ keine Zeit! Die Zeit ist hektisch, alles rennt, kaum einer noch den Nachbarn kennt.

Die Autos (Motorräder) fahren schnell daher, ein Fußgänger, der zählt nicht mehr. Zu Hause läuft der Flimmerkasten, man drückt nur lässig auf die Tasten und schon hat man, wie vorbestellt, den großen Duft der weiten Welt.

Man lässt vom Bildschirm sich berieseln, die Ehen fangen an zu kriseln, man spricht kaum noch ein einzig Wort, ist in Gedanken ganz weit fort. Und so kommt es, dass weit und breit, kein Mensch hat für den andern Zeit. Besuche machen gibt’s nicht mehr ja selbst: der Briefkasten bleibt leer. 

  Und fragt man mal am Telefon: „Na wie geht’s, ich warte schon?“  „Hab‘ keine Zeit, Dich zu besuchen, mein Mann tut für Mallorca buchen, muss schnell noch einiges besorgen. Na warte mal  vielleicht passt’s morgen. Oder „Schick Dir eine Karte“, worauf ich leider heut noch warte.Alles hektisch weit und breit – Kein Mensch hat für den anderen Zeit. Doch einmal geht die Zeit zu Ende, dann tritt sie ein, die große Wende.

Es kommt der Tod, bist du bereit? Er fragt nicht lange: „Hast Du Zeit?“ Er fragt auch nicht, ob arm, ob reich, bei ihm, da sind wir alle gleich.

Drum nimm Dir Zeit, so lang es geht, so lang der Mensch im Leben steht. Wenn er erst auf dem Friedhof ruht, macht man so leicht nichts wieder gut.   

Ja, selbst der schönste Blumenstrauß holt keinen aus dem Grabe raus.

 
 

 

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.