Predigt zum 3. Sonntag im Jahreskreis – Bibelsonntag

(Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; inhaltlich angeregt durch Gedanken von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj. B S 190-192)

Wir haben gehört, dass Jesus im Markusevangelium seine öffentliche Verkündigung mit den Worten beginnt: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“

Mit der Ankunft des Sohnes Gottes bei den Menschen ist die Zeit erfüllt. Die lange Zeit der Ankündigung und Erwartung des Messias ist nun vorbei. Die Sehnsucht der Menschen nach Erlösung und Heil wird in Jesus erfüllt für all jene, die ihn annehmen und sein Wort.

Mit Jesus ist das Reich Gottes nahe herbeigekommen. In ihm hat Gott seinen geliebten Sohn zu uns gesandt, durch den er sein Reich der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens in den Herzen der Menschen aufbauen will. Damit das Reich Gottes bei den Menschen ankommen kann, ist es notwendig umzukehren.

Das griechische Wort für umkehren heißt wörtlich umdenken oder anders denken. Das haben wir alle nötig, weil wir alle an den Folgen der Erbsünde leiden, durch die wir auf uns selbst geworfen sind. Die ursprüngliche Fähigkeit des Menschen auf Gott bezogen zu sein, auf ihn zu hören und auf ihn hin zu leben ist gestört worden. Der heilige Augustinus sagt: „Unser Herz ist zurückgekrümmt auf uns selbst“. Wir denken von uns her und fragen was bringt es uns, was nützt es uns? Umkehren bedeutet umdenken, nicht mehr von uns her, sondern von Gott her denken.

An das Evangelium glauben heißt an Jesus Christus glauben. Er ist der Inhalt des Evangeliums. Er ist der Weg, der zum Vater führt. Glauben ist mehr als ein rein gedankliches Geschehen. Glauben heißt im Althochdeutschen geloben, anvertrauen. Glauben meint sich dem Herrn Jesus anzuvertrauen. Das Lateinische Wort für glauben „credere“ bedeutet Ihm das Herz geben.

Die erste Predigt Jesu lautet demnach: „Denkt um, denkt von Gott her und vertraut euch ihm an und seinem Wort. Gebt euch ganz in seine Hand“.

Wir feiern den Bibelsonntag. Er soll uns helfen wieder mehr zu schätzen, dass Gott zu uns gesprochen hat und zu uns spricht. Seine Worte sind der Same, indem die Kraft ist aufzugehen, zu wachsen und Frucht zu bringen. Welche Kraft im Wort Gottes ist, haben wir auch in der heutigen Lesung und im Evangelium gehört.  In den Worten, mit denen der Prophet Jona in der Stadt Ninive Umkehr gepredigt hat, ist die Kraft gewesen, die Einwohner der Stadt sehend zu machen, wo sie sich verirrt haben und sie zu bewegen sich vom Bösen abzuwenden und ihr Leben zu ändern. In den Worten, mit denen Jesus am See Genezareth die ersten Apostel gerufen hat, ist die Kraft gewesen, sie zu bewegen alles zu verlassen und Jesus zu folgen. In seinem Schreiben, mit dem Papst Franziskus den Sonntag des Wortes Gottes eingeführt hat heißt es:

„Als Christen sind wir ein Volk, das in der Geschichte unterwegs ist, gestärkt durch die Gegenwart des Herrn in unserer Mitte, der zu uns spricht und uns nährt. […]. Wir verspüren nämlich die dringende Notwendigkeit, uns mit der Heiligen Schrift und dem Auferstandenen eng vertraut zu machen, der nie aufhört, das Wort und das Brot in der Gemeinschaft der Gläubigen zu brechen. Aus diesem Grund müssen wir zu einer ständigen Vertrautheit mit der Heiligen Schrift gelangen, sonst bleibt das Herz kalt und die Augen verschlossen, da wir, wie wir nun einmal sind, von unzähligen Formen der Blindheit betroffen sind“

(Aperuit illis Nr.8). Amen.

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Predigt zum Fest Taufe Jesu 2021 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Wir haben im Evangelium gehört, dass sich auch Jesus von Johannes taufen lässt, obwohl er die Taufe im Jordan nicht nötig gehabt hätte. Die Taufe des Johannes ist eine Taufe der Buße und der Umkehr gewesen. Jesus als der ganz Heilige hat keine Umkehr und Buße nötig gehabt.

Warum kommt er dann doch zur Taufe des Johannes? Jesus tut es, weil Gott es so will. Er hat immer nach dem Willen Gottes gehandelt. Gott hat die Taufe Jesu gewollt, weil er bei diesem Geschehen im Jordan mitteilt, wer Jesus ist und wozu er in die Welt gekommen ist.

Indem sich Jesus in die Reihe der Menschen stellt, die im Jordan ihre Sünden bekennen, wird deutlich wozu er gekommen ist. Er ist gekommen nicht für die Gerechten, sondern um die Sünder zu rufen, um sie rein zu waschen. Sein Hinabsteigen in den Jordan und Untertauchen ist ein Hinweis auf seine Erniedrigung am Kreuz, an dem er sein Leben hingibt, sein Blut vergießt und so die Reinigung unserer Seelen bewirkt.  „Durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden“, heißt es im Brief an die Epheser (1,7). Jesus ist gekommen um für die Menschen der Heiland und Erlöser zu sein, der die Seelen reinigt und sie mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Die Taufe Jesu im Jordan offenbart auch wer Jesus ist. Der Vater bestätigt mit seiner Stimme vom Himmel, dass Jesus sein geliebter Sohn ist, an dem er sein Wohlgefallen gefunden hat. Jesus ist der menschgewordene Sohn Gottes. Unser Christ Sein zeigt sich in der Antwort, die wir auf die Frage geben: Wer ist Jesus?

In der zweiten Lesung aus dem Johannesbrief hat es geheißen: „Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist“.

Wie zeigt sich unser Glaube an Jesus Christus? Einerseits darin, dass wir anerkennen, dass  Jesus der Sohn Gottes ist, und uns entscheiden auf ihn zu hören und ihn als den Herrn für unser Leben anzunehmen. Der Glaube an Jesus Christus zeigt sich auch darin, dass wir auf ihn vertrauen, dass er als der Sohn Gottes die Macht hat uns zu retten und zu beschützen: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde“ (Mt 28,18).

Die Wirkung des vertrauensvollen Gebetes zeigt sich im folgenden Beispiel: Von einem gläubigen Kommandanten der 91. US Infanterie Brigade im 1. Weltkrieg ist berichtet, dass er all seinen Soldaten eine kleine Karte mit dem Psalm 91 gegeben und ihnen aufgetragen hat ihn täglich mit dem Herzen zu beten. Die Brigade ist in drei der blutigsten Schlachten des Krieges geschickt worden, und es hat sich gezeigt, dass nicht einer von den Soldaten gefallen ist. (YouTube Vortrag am 19.06.2020 von Pfr. Richard Kocher: Erfahrungen mit PS 91 im Ersten und Zweiten Weltkrieg)

Der Psalm 91 eignet sich auch besonders in dieser Zeit der Pandemie. In den Versen 5 – 7 heißt es: „Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, nicht vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag. Fallen auch Tausend zu deiner Seite, dir zur Rechten zehnmal tausend, so wird es doch dich nicht treffen“.

Ich habe den Hinweis auf diesen Psalm von einer Frau bekommen, die als Lehrerin auch in dieser schwierigen Zeit der Pandemie im Dienst an den Schülern steht und täglich diesen Psalm betet. Jesus erweist sich für sie als der Sohn Gottes, der sie beschützt und der ihr alle Angst nimmt ihren Dienst mit Zuversicht auszuüben. Amen.

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Predigt zum Hochfest Christkönig Lj A 2020

(Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lesejahr A, S. 407-412)

Es ist unser Glaube, was wir im Evangelium gehört haben, dass unser Herr Jesus Christus am Ende der Zeit wiederkommen wird in seiner göttlichen Herrlichkeit, und dass er dann der König und Richter aller Menschen sein wird.

„Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, […], dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen“.

Es heißt im Evangelium, dass alle Völker vor ihm versammelt werden. Es heißt nicht alle Getauften, alle Christen, sondern alle Völker. Mit dem Wort „Völker“,  (ἔθνος) sind besonders jene Menschen gemeint, die noch nichts von Jesus gehört haben, die noch nicht zum Glauben an ihn gekommen sind, die noch Heiden sind. Gott will das Heil aller Menschen. Auch jene Menschen, die ohne eigene Schuld noch nicht an Jesus glauben, haben die Möglichkeit in das Reich Gottes zu gelangen, durch die Taten der Liebe.

Sie werden gerettet, wenn sie nach ihrem Gewissen handeln. Denn Gott hat jedem Menschen sein Gesetz in das Innerste seines Gewissens eingeschrieben. Das Gewissen ist das verborgene Heiligtum des Menschen, indem Gottes Stimme ihm zuruft das Gute zu lieben und zu tun und das Böse zu meiden. Das Gewissen sagt dem Menschen, dass die Liebe die Wahrheit für sein Leben ist: Mitleid zu haben mit den Menschen, die in Not sind, die Hunger haben, die Durst haben, die fremd und heimatlos sind, die nicht genug Kleidung haben, die obdachlos sind, die krank sind oder im Gefängnis vereinsamen.

Am Ende zählt für die Menschen aller Völker, ob sie der Stimme ihres Gewissens gefolgt sind und die Werke der Barmherzigkeit getan haben, besonders an den Brüdern und Schwestern Jesu:

„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,

das habt ihr mir getan“.

Seine Brüder sind jene, die an ihn glauben, auf ihn hören und danach leben (vgl. Mt 12,49-50). Gerade sie sind es, die wegen ihres gelebten christlichen Glaubens oft verfolgt und bedrängt und daher bedürftig sind.

Wer sich der inneren Stimme Gottes widersetzt und im Herzen hart bleibt und unbarmherzig und nur egoistisch und selbstsüchtig lebt, kann vor dem Richter nicht bestehen. Das Evangelium verkündet ganz klar, dass es eine ewige Verdammnis gibt: „Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, …“ Das ist eine ernste Botschaft, die uns allen zu Herzen gehen muss, aber uns dennoch nicht ein ganzes Leben lang mit Angst erfüllen soll.

Als Christen glauben wir, dass wir nicht durch unsere Leistung in den Himmel kommen müssen, sondern durch den Glauben an Jesus Christus. Das Gute, das wir tun, ist eine Frucht aus dem Glauben an ihn, aus unserer Verbindung mit ihm. Entscheidend ist, dass wir nicht aufhören, im Gebet, in der Heiligen Messe, im Sakrament der Vergebung, im Betrachten seines Wortes die Verbindung mit ihm zu leben. So bleibt die Beziehung mit ihm lebendig und er selber ist es, der uns in der konkreten Situation erkennen lässt was sein Wille ist. Und er selber ist es, der unser Herz verwandelt zu einem Herzen aus Fleisch, das fähig ist Mitleid zu haben mit der Not der Menschen, mit ihnen barmherzig zu sein und so dem Herrn selber zu dienen in unseren bedürftigen Brüdern und Schwestern. Amen.

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Predigt zum 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

(Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lesejahr A, S. 400-406)

Das Gleichnis von einem reichen Mann, der auf Reisen geht und seinen Dienern sein ganzes Vermögen anvertraut, erinnert uns daran, dass wir von Gott mit Gaben und Fähigkeiten beschenkt sind. Sie sind uns anvertraut, das heißt, es sind seine Gaben, die wir deshalb nicht egoistisch für unsere Interessen nützen dürfen. Sie sind uns von Gott anvertraut, damit wir sie für ihn einsetzen, für seine Interessen, für das Wachstum des Reiches Gottes, für das Heil der Menschen.

Wir sind mit Gaben beschenkt allein schon durch das Leben, das wir empfangen haben. Wir sind Menschen mit Leib und Seele und mit wunderbaren Fähigkeiten ausgestattet. Wir können Hören, Sprechen, wir können Lachen und Trauern und vieles andere.

Als Christen sind wir mit der Gabe des Heiligen Geist beschenkt, der in uns bewirkt, dass wir glauben, hoffen und lieben können. Die Fähigkeit an Gott zu glauben, der die Welt erschaffen hat und an Jesus Christus, den Sohn Gottes, den der himmlische Vater gesendet hat als unseren Herrn und Heiland, ist eine Gabe Gottes. Sie ist uns nicht nur für unser eigenes Heil gegeben, sondern auch, dass wir sie  weitergeben in der Familie an die Kinder, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis, indem wir einem Gespräch über den Glauben nicht ausweichen, in der Pfarre, indem wir beim Gottesdienst auch an andere Menschen denken und für sie um diese Gabe bitten.

Auch wenn jemand eine gute Stimme hat, ist das eine Gabe Gottes, die ihm anvertraut ist. Er dient mit dieser Gabe dem Heil der Menschen, wenn er sie einsetzt, um mit Liedern Gott zu loben und zu preisen. Ein schöner Gesang hat die Kraft die Herzen der Menschen für Gott zu öffnen. Oder er dient Gott mit der Gabe einer guten Stimme, indem er als Lektor das Wort Gottes vorträgt.

Das gut verständlich gesprochene Wort Gottes dringt ein in die Herzen und geht wie ein Same auf und bringt Frucht.

Die größte Gabe, die uns Gott anvertraut hat, ist die Liebe, die Fähigkeit Gott und die Nächsten zu lieben. Wir dienen Gott mit dieser Gabe, wenn wir uns vom Eigenwillen loslösen und unsere Kraft einsetzten, um das zu tun was Gott will. Wir dienen dem Nächsten, wenn wir ihm Zeit und Aufmerksamkeit schenken, wenn wir geistige und materielle Güter mit ihm teilen. Wir begehen heute auch den Welttag der Armen, der unter dem Motto steht: „Streck dem Armen deine Hand entgegen“. Wir strecken ihm die Arme entgegen, wenn wir ihm helfen das zu haben, was er für das Leben braucht: Arbeit, Nahrung, Kleidung, Obdach …

Auch Eheleute dürfen die Liebe, die sie im Ehesakrament empfangen, als Gabe sehen, die ihnen Gott anvertraut. Sie setzen diese Gabe der ehelichen Liebe ein, wenn sie einander helfen und Gutes tun, wenn sie einander verzeihen und ertragen und immer wieder annehmen.

Im Gleichnis ist davon die Rede, dass einer von den Dienern sein Talent vergraben hat. Jesus nennt ihn einen faulen und schlechten Diener. Er hat sein Talent nicht für den Herrn eingesetzt, sondern nur egoistisch für sich selber gelebt. Bei der Ankunft des Herrn kann er nicht eingehen in die Freude des Herrn.

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Gleichnis ruft uns auf wachsam zu sein, indem wir uns nicht für ein bequemes Leben entscheiden, sondern die uns anvertrauten Gaben und Fähigkeiten im Interesse Gottes einsetzen, damit sein Reich dort, wo wir hingestellt sind, wachsen kann und sich entfaltet. Der Gedanke, dass den Dienern Gottes etwas unendlich Großes erwartet, für immer am Freudenfest des Herrn teilnehmen zu dürfen, ermutigt und drängt uns dazu. Amen.

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Predigt zum 32. Sonntag im Jahreskreis, Lj. A

(Pfr. Rupert Toferer, Kössen/Schwendt; gedanklich angeregt von P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien Lesejahr A, S. 393-399)

Im Gleichnis des heutigen Evangeliums sind mit den zehn Jungfrauen wir Christen gemeint, mit dem Bräutigam unser Herr Jesus Christus. Das Gleichnis regt uns an über unser Leben als Christen nachzudenken. Gehören wir zu den klugen oder den törichten Jungfrauen? Das Gleichnis sagt uns, dass wir in eine ganz innige Beziehung zu Christus gerufen sind, die mit der Taufe begonnen hat.

Der heilige Apostel Paulus sagt, dass wir auf den Tod Christi getauft worden sind (Röm 6,3f). Das heißt, wir sind hineingenommen worden in die größte Liebe unseres Herrn Jesus Christus. Er hat den kostbarsten Preis bezahlt, sein Blut vergossen, damit wir losgekauft sind vom dem Bösen und ihm gehören. Wir sind seine Braut geworden und leben als Christen in dieser bräutlichen Beziehung zu ihm.

Dass wir dazu fähig sind, hat er uns schon bei der Taufe mit dem Heiligen Geist gesalbt, der uns die Tugenden schenkt an Gott glauben, auf ihn hoffen und ihn lieben zu können. Der Heilige Geist ist das Öl in den Lampen von dem das Gleichnis spricht. Er ist die Kraft für diese innere Beziehung zum Bräutigam: Nach ihm zu verlangen, ihn zu lieben, ihn zu erwarten. Unser christliches Leben besteht darin, dafür zu sorgen, dass dieses Öl in unserer Seele, diese Liebe zum Bräutigam nicht ausgeht. Klug sein im christlichen Leben bedeutet daher, das zu tun, was diese innere Beziehung zu ihm nährt und stärkt: Sich Zeit nehmen für ihn, bei ihm zu verweilen, ihn zu loben, zu preisen, ihm zu danken, und vor allem auf ihn zu hören und das zu tun, was er sagt. Am Schluss der Bergpredigt spricht Jesus von der Klugheit, wenn er sagt: „Jeder, der diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute“ (Mt 7,24).  

Jesus lieben bedeutet auch ihm in den Mitmenschen Gutes zu tun, wozu besonders die gegenwärtige Zeit der Viruspandemie viele Möglichkeiten bietet, wie zum Beispiel einen Menschen in Quarantäne anzurufen und ihm so etwas Nähe zu schenken.

Das Gleichnis hat eine sehr ernste Botschaft. Es besagt, dass es ein zu spät gibt. Als der Bräutigam nach langer Zeit plötzlich kommt, haben alle zehn Jungfrauen ihre Lampen bei sich. Aber fünf von ihnen haben kein Öl mehr, das heißt, in ihrem Inneren ist das Empfinden für ihn, die Liebe zu ihm, das Verlangen nach ihm erloschen. Die fünf klugen Jungfrauen haben Öl in Krügen mitgenommen, sie haben die Beziehung zum Bräutigam gelebt, ihr Herz bewahrt vor der Anhänglichkeit an irdische Dinge. Obwohl der Bräutigam mitten in der Nacht gekommen ist, sind sie im Inneren wach geblieben für seine Ankunft und sind ihm mit brennenden Lampen entgegengegangen.

Liebe Brüder und Schwestern!

Es ist eine ganz große Botschaft, dass wir auf eine himmlische Hochzeit zugehen, auf eine ewige Hochzeit, die nicht mehr endet und uns nicht mehr in den oft harten Alltag entlässt. Dieses Gleichnis weckt uns auf nach unserer Beziehung zu Christus zu fragen. Lebe ich eine innere Beziehung zu ihm, die Beziehung der Braut zum Bräutigam? Erbitten wir dazu auch die Hilfe der Gottesmutter Maria, die uns das schönste Beispiel gegeben hat als kluge Jungfrau zu leben. Amen.

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Predigt zu Allerheiligen 2020 (Pfr. Rupert Toferer, Kössen Schwendt)

Wir glauben, dass die Menschen, die wir als Selige oder Heilige verehren, bei Gott im Himmel sind. Die Offenbarung des Johannes spricht von einer unzählbaren Schar aus allen Nationen und Völkern, die in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm standen (Off 7,9). Um bei Gott sein zu können, ist es notwendig heilig zu sein. Gott ist heilig. „Seid heilig, weil ich heilig bin“, mahnt der Apostel Petrus (1 Petr 1,16).

Wie aber sind Menschen heilig geworden? Da hilft uns vielleicht der Vergleich mit dem Mond, der in der Nacht leuchtet und die Erde erhellt.  Er leuchtet nur, weil er von der Sonne angestrahlt wird. Er empfängt das Licht von der Sonne und lässt es auf die Erde strahlen. So ist es mit den Heiligen. Sie sind nicht von sich aus heilig geworden. Sie haben sich von Jesus Christus, der wahren Sonne, anstrahlen lassen und sind so selber zum Licht geworden. Sie haben sich viel Zeit genommen in seiner Gegenwart zu verweilen. Sie haben die Gelegenheiten genützt die heilige Messe mitzufeiern und vor dem Tabernakel in der Kirche oder Kapelle zu verweilen. Von der heiligen Mutter Teresa wissen wir, dass sie die Zeit für die Anbetung für sich und die Mitschwestern verdoppelt hat, als der Dienst an den Armen mehr geworden ist.

Die Heiligen sind nicht Menschen ohne Fehler gewesen. Ihnen ist es nicht immer gelungen geduldig und liebevoll zu sein. Sie haben alle auch an den Schwächen ihrer Natur gelitten. Sie haben sich aber immer wieder der Vergebung geöffnet, die Jesus durch das Kreuz erworben hat und besonders durch das Bußsakrament schenkt. Sie sind jene Menschen, die das Gewand ihrer Seele im Blute des Lammes weiß gemacht haben (Off 7,15). Dazu hat Gott seinen Sohn in die Welt gesandt und ihn für uns hingegeben, um uns von den Sünden zu reinigen und uns für den Himmel fähig zu machen. Allerheiligen ist somit das Erntedankfest des Paschamysteriums Jesu, seines Todes und seiner Auferstehung. Die Heiligen sind eine Frucht der siegreichen Gnade Gottes. (Vgl. Direktorium Spirituale, Nov. 2020, S 3) Die Früchte im Leben der Heiligen sind die Haltungen, die Jesus im Evangelium seligpreist: „Selig, die arm sind vor Gott, …“.  Selig, die  Trauernden, … Selig, die Sanftmütigen, …“.

Die Heiligen haben erkannt, dass sie nicht glücklich sind, wenn sie viel besitzen und reich sind, sondern nur, wenn sie tun, was Gottes Wille ist. Das erfüllt sie mit einer viel tieferen inneren Freude.

Mit den Trauernden, die Jesus seligpreist, sind jene Menschen gemeint, die traurig sind, weil etwas geschieht, was nicht der Wahrheit entspricht. Es ist heute schon so, dass menschliches Tun, das nicht der Wahrheit entspricht, selbstverständlich geworden ist und sich niemand mehr dagegen auflehnt. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat in seinem Buch Jesus von Nazareth über diese zweite Seligpreisung die Worte geschrieben: „Es sind Menschen, die nicht mit den Wölfen heulen, die sich nicht in das Mitläufertum mit dem selbstverständlich gewordenen Unrecht hineinziehen lassen, sondern darunter leiden“ (Band I, S. 117).

Mit den Sanftmütigen, die Jesus seligpreist, sind Menschen gemeint, die wegen ihres Gehorsams zu Gott von den Menschen benachteiligt werden, aber nicht mit Gewalt reagieren, sondern ihnen gegenüber milde bleiben und nicht aufhören ihnen Gutes zu tun.

Liebe Brüder und Schwestern!

Diese und auch die anderen Haltungen, die  Jesus seligpreist, sind Früchte, die er in den Menschen, die sich für ihn öffnen, wachsen lässt. Bitten wir die Heiligen im Himmel um ihre Fürsprache bei Jesus, dass immer mehr Menschen ihn als die wahre Sonne in ihrem Leben entdecken und sich von ihm anstrahlen lassen, und so selber zum Licht für die Welt werden. Amen.

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Predigt vom 26. Sonntag im Jahreskreis Lj A – Erntedank

(Rupert Toferer, Kössen/Schwendt)

Liebe Brüder und Schwestern in Christus, dem Herrn!

Wir sind eingeladen am Erntedankfest auch einmal zu danken für die Liebe, die wir von Mitmenschen empfangen und für die Liebe Gottes. Dass auch in dieser Zeit der starken Einschränkungen und Maßnahmen viele Menschen bewegt werden Gutes zu tun, anderen zu helfen, wie zum Beispiel die Landjugend entschieden hat, für Ältere einkaufen zu gehen, ist nicht selbstverständlich, ist ein Grund zu danken.

Die Liebe Gottes zu uns dürfen wir besonders darin erkennen, dass er seinen Sohn gesandt hat, mit dem Auftrag für uns Erlöser und Heiland zu sein. Jesus ist der Heiland für Leib und Seele, für den ganzen Menschen, das heißt für alle Belange unseres Lebens. Ihm ist die Macht gegeben uns vor den Gefahren des Leibes zu schützen, uns von Bedrängnissen zu befreien. Wir sind aufgerufen ihn noch mehr um Befreiung von der Virus Plage zu bitten.

Er ist der Heiland und Erlöser, vor allem auch für das, was uns im Herzen belastet und bedrückt. So sind wir eingeladen ihm zu danken, für alles, was er getan hat, um für uns Heiland und Erlöser zu sein. Wir haben von seiner Erniedrigung in der zweiten Lesung gehört.

Der schönste Dank an ihn ist es, ihn als Erlöser und Heiland anzuerkennen. Das tun wir, indem wir auf ihn hören und uns entscheiden das zu tun, was er uns sagt. Im Evangelium geht es um diesen Dank an Gott, der ausgedrückt wird in der Bereitschaft, seinen Willen zu tun.

Wir haben von einem Mann gehört, der einen Weinberg und zwei Söhne hat. Er braucht die Mithilfe seiner Söhne für die Arbeit im Weinberg und bittet sie darum.

Einer von beiden gibt dem Vater zuerst eine Absage, später aber besinnt er sich und geht doch. Der andere Sohn sagt zuerst Ja, geht aber dann doch nicht.

Mit einem Sohn sind die Führer und Vertreter des auserwählten Volkes Israel angesprochen. Sie haben zuerst „Ja“ gesagt zum Bund den Gott mit ihnen geschlossen hat, haben fest versprochen den Willen Gottes zu erfüllen, haben auch „Ja“ gesagt zu der Verheißung, dass Gott den Messias senden wird. Jetzt aber, als er da ist und sie korrigiert und ihnen den Willen Gottes neu verkündet, anerkennen sie ihn nicht und sagen so „Nein“ zu Gott.

Der andere Sohn entspricht der Haltung der Zöllner und Dirnen. Sie haben zuerst „Nein“ gesagt zu Gott und sich nicht um seinen Willen gekümmert. Als aber Johannes der Täufer aufgetreten ist, haben sie geglaubt, dass er von Gott gesandt ist und den Willen Gottes verkündet. Sie haben ihr schlechtes Verhalten bereut und sind bereit gewesen ihr Leben zu ändern. Sie haben geglaubt, was Johannes über Jesus gesagt hat, dass er das Lamm Gottes ist, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Sie haben Jesus als den Erlöser und Heiland für ihr Leben anerkannt und angenommen und sich so für Gott entschieden.

Liebe Brüder und Schwestern!

Mit den Worten des Evangeliums spricht Jesus auch jeden von uns an. Er lädt uns ein sich Zeit zu nehmen und auf die Stimme unseres Herzens zu hören. Was will Gott von mir? Und wenn ich erkenne, was Gott von mir will, welche Antwort gebe ich ihm? Mit der Antwort, die ich auf diese Frage gebe, hängt auch zusammen, ob ich im Leben glücklich oder traurig bin. Ein väterlicher Freund von mir hat oft im Gespräch mit Menschen einen Spruch gesagt, der den Sinn dieses kurzen Evangeliums auf den Punkt bringt. Er steht auch auf meinem Auto geschrieben: „Gottes Willen tun ist Glück“. Möge uns die Gottesmutter helfen auf diese Weise den Dank an Gott zu leben. Amen.

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Predigt zum 21. Sonntag i. Jkr. Lj A, 2020

(Pfr. Rupert Toferer, inhaltlich angeregt durch P. Hans Buob, Biblische Predigten zu den Sonntagsevangelien, Lj A, S 319-322)

Im Evangelium haben wir gehört, dass der Apostel Petrus Jesus mit den Worten bekennt: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Nach diesem Bekenntnis, das ihm von Gott, dem Vater, eingegeben worden ist, preist ihn Jesus selig und verkündet ihm seine Berufung zum Petrusamt: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“.

Das Wort „Fels“ kommt im Alten Testament öfter vor und ist ein Wort, das auf Gott angewendet wird, wie zum Beispiel im Psalm 62: „Er allein ist mein Fels und meine Rettung, meine Burg, ich werde nicht wanken (7)“. Das Wort „Fels“ steht für Festigkeit, Verlässlichkeit, Sicherheit und Treue und somit nur für Gott. Von Jesus Christus heißt es im Epheserbrief: „Der Eckstein ist Christus Jesus selbst. In ihm wird der ganze Bau zusammengehalten … (2,20-21)“.

Im heutigen Evangelium wendet Jesus dieses Wort vom Felsen auf einen schwachen Menschen an, auf Petrus, der ihn später sogar verleugnen wird. Wie ist das möglich? Der heilige Papst Leo der Große hat das folgenderweise erklärt: Er sagt, Jesus ist der unzerstörbare Fels, der Schlussstein, das Fundament, außerdem kein anderes gelegt werden kann. Dennoch ist auch Petrus Fels, weil er durch die Kraft Christi gestärkt wird und mit ihm durch Teilnahme gemeinsam haben darf, was für Jesus eigene Vollmacht ist. Jesus lässt Petrus an seinem „Fels Sein“ teilnehmen. (Vgl. Lektionar zum Stundenbuch I 2 S. 216)

Warum aber ist es dem Herrn wichtig, dass es außer ihm noch einen Felsen gibt? Er ist der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist.

Dadurch ist Gott selber unter den Menschen sichtbar, hörbar, greifbar geworden. Viele Menschen haben in den Worten Jesu erkannt, dass es Worte sind, die Gott spricht und auf die absolut Verlass ist. „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute“, hat Jesus im Anschluss an die Bergpredigt gesagt (Mt 7,24). Jesus ist zum Vater heimgekehrt und er hat Petrus eingesetzt, damit die Wahrheit weiterhin sichtbar und hörbar unter den Seinen bleibt.

Petrus ist daher der sichtbare Garant, dass die Wahrheit unseres christlichen Glaubens erhalten bleibt, vor allem die Wahrheit, dass Jesus, der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes ist. Jesus, der erhöhte Herr, steht also in engster Verbindung mit seinem sichtbaren Stellvertreter auf Erden. Es ist daher auch verständlich, dass Jesus Petrus dreimal nach seiner Liebe zu ihm gefragt hat, worauf Petrus dreimal antwortete: „Ja Herr, du weißt, dass ich dich Liebe“ (Joh 21,15-17). Seine Schwachheit ist kein Hindernis für sein Amt, denn seine Liebe zu Jesus bewegt ihn zur Reue, die ihn immer wieder fähig macht für seine einzigartige Verbindung mit Christus.

Liebe Brüder und Schwestern!

Danken wir für das Geschenk des Petrusamtes, das im Papsttum fortbesteht. Hören und lesen wir eifrig was der Papst sagt. Es sind Worte und Schriften, durch die uns der Nachfolger Petri im Glauben an Christus stärkt. Über die Homepage des Vatikans können wir reichlich aus den Predigten und Schriften des Heiligen Vaters schöpfen.

Papst Franziskus bittet immer wieder um das Gebet für ihn. Er scheut es nicht auch über die Wirklichkeit des Teufels zu predigen und vertraut sich daher auch unserem Gebet an. Folgen wir seiner Bitte, damit ihn nichts von seiner Liebe zu Christus wegbringen kann und er für uns in einer schwierigen Zeit der Fels ist an dem wir uns orientieren und festhalten können. Amen.

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Medjugorje-Botschaft vom 25.Juni 2020 (39.Jahrestag der Erscheinungen)

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Medjugorje-Botschaft vom 25.April 2020

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